Am Mittwoch, den 25. Januar 2017, luden American Space Leipzig in Kooperation mit dem Konfuzius Institut Frau Professor Dr. Anja Lenz von der Universität in Heidelberg ein, um eine Lesung mit anschliessender Diskussionsrunde zum Thema: “Die USA und China: Kooperation oder Konflikt?” zu halten. 45 interessierte Zuhörer kamen zu dem Event.

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Frau Prof. Dr. Lenz begann ihren Vortrag mit einer Übersicht über die Entwicklungen der chinesisch- amerikanischen Beziehungen vom 19. Jahrhundert bis heute. Im Anschluss sprach sie über langfristige politische Reibungspunkte zwischen beiden Ländern. Hier führte sie die “3-T”, die Problematik um Tibet und dem Dalai Lama, Taiwan und die Ein-China-Doktrin, so wie Tiananmen und die Menschenrechtssituation, an.

Prof. Lenz betonte, dass es sich bei Problemen zwischen den USA und China nicht nur um ideologisch und politisch unterschiedliche Ansichten handle, sondern auch um gegenseitige Abhängigkeiten. Sie erwähnte, dass China der größte Handelspartner der USA sei und die USA Chinas größter Warenabnehmer. Neben ökonomischen Abhängigkeiten, Verwundbarkeit und Verflechtungen beider Länder, sprach Prof. Lenz auch über Spannungen zwischen ihnen. Hierbei erwähnte sie besonders die militärischen Spannungen im asiatischen Bereich und das damit verbundene militärische Aufrüsten auf der Seite Chinas, so wie die Probleme der Devisenreserven und der gegenseitigen Cyberspionage.

Abschließend sprach Prof. Lenz über China als zunehmender, internationaler Akteur und China als alternativer Bündnisspartner. Allerdings erwähnte sie, dass aufgrund von noch immer vorherrschenden inneren Problemen, wie die Tatsache dass ein Grossteil der Bevölkerung noch immer unter der Armutsgrenze lebt und es über 200.000 Proteste jährlich gibt, man von China bislang nicht zu viel auf internationaler Ebene erwarten kann.